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18.05.2011 von eb , - Aktuelle Bilder

Die Dämonen, die man mit sich herum trägt.

Aus der Reihe: Der Kirchenplanet, Teil 10
Oder auch; Die Impertinenz der Symbolik, - 2.

DIN-A2 Acryl   Zum Vergr. anklicken.



Eine erste Überraschung nach dem Aufbruch, bot sich der Gruppe beim neuerlichen Erreichen des eigenartigen Wesens vom Vortag. Es war nämlich einfach verschwunden. An seiner Stelle klaffte ein riesiges Loch im Boden, welches so ziemlich der Gießform eines halben Eies entsprach. Was die Vermutung bestätigte, dass die Hälfte des Wesens tatsächlich im Boden gesteckt hatte. Ebenso erstaunlich war auch der Umstand, dass sich gut die Hälfte des Loches mit Wasser gefüllt hatte. Im Gegensatz zur normalen Oberfläche des Planeten, schien es in tieferen Lagen also mehr als genug davon zu geben. Judith benutzte den Kommunikator um Mike in der Landefähre zu bitten, während ihrer Abwesenheit einen kurzen Ausflug zu dieser Stelle zu unternehmen und eine Wasserprobe in der Fähre zu analysieren. Der Ladezustand des Geräteakkus, hatte sich entgegen den gestrigen Erfahrungen mit den Lampen dagegen kaum verändert. Es musste also tatsächlich einen direkten Zusammenhang zwischen dem Energieabfall aller Geräte und diesen einäugigen Wesen geben.

Dass es davon mehr wie eines gab, zeigte sich im Laufe der Wanderung zur Genüge. Immer wieder begegneten sie auf ihrem Weg diesen eingegrabenen Ungetümen, die scheinbar wartend, teilnahmslos in den Himmel starrten. Manche standen einzeln herum. Andere in Gruppen von mehreren. Und bei manchen, zeugte nur noch ein mit Wasser gefülltes Loch davon. Wohin der vorherige Inhalt verschwunden war, erschloss sich ihnen leider nicht. Mit der Zeit entwickelten die Wanderer ein ungefähres Gefühl dafür, mit welcher Geschwindigkeit sich der Energieverlust, in Abhängigkeit von der Entfernung von einem dieser Wesen auf die Speicher der mitgenommenen elektronischen Geräte auswirkte. So war es zwischendurch immer mal wieder möglich, mit den mobilen Handgeneratoren die Akkus eines Gerätes aufzuladen und kleinere Analysen und Vermessungen auszuführen oder Fotos zu machen.

Zwei Tage nachdem sie aufgebrochen waren, hatte sich auch die Landschaft merklich verändert. Aus den sanft, aber ständig abfallenden Hängen am Anfang des Grabens, waren nun auf beiden Seiten schroff abfallende Wände geworden. Die Perspektiven konnten sich aufgrund der immensen Ausmaße der Schlucht erstaunlich verschieben. Um ein besseres Gefühl dafür zu entwickeln, bewegte sich die Gruppe nicht in der Mitte des Grabens, sondern einige wenige Kilometer entfernt an der linken Wand entlang. Die, obwohl immer noch in gehöriger Entfernung, sich neben ihnen fast endlos in die Höhe erstreckte. Während die andere Seite dagegen, fast wie ein weit entfernter Klippenzug wirkte. Der allerdings immer mal wieder von Eingängen in zusätzliche Seitenzweige der Schlucht unterbrochen wurde. Nach Judiths Schätzungen, mussten sie sich mittlerweile ungefähr drei bis vier Kilometer unterhalb der normalen Oberfläche des Planeten bewegen. Und ein Ende des Abstiegs, war noch lange nicht in Sicht. Zwei eventuelle Eingänge in Höhlen, hatten sie auf der linken Seite ebenfalls bereits schon durch Helgas altes optisches Fernglas ausmachen können.

Am Nachmittag des dritten Tages, fiel allen ein spürbarer Anstieg der Temperaturen auf. Ebenfalls, dass es, trotzdem es auf den Abend zuging, nicht dunkler-, sondern immer heller wurde. Ein Anruf zu Mike und Linda in der Fähre, bestätigte dies. Linda meinte, dass sich aufgrund atmosphärischer Zyklen, welche bereits schon vorher im Raumschiff beobachtet wurden, der das Licht blockierende Anteil an Staub in den oberen Luftschichten regional ausdünnen könne. "Übrigens,-", fügte sie hinzu; "wir haben das Wasser aus dem Eierbecher analysiert. Es ist absolut trinkbar. Jedenfalls haben wir nichts gefunden, was dagegen sprechen würde. Alle gefundenen Mikroben, lassen sich bei normalem Aufkochen abtöten. Dazu würde ich fürs Erste schon raten, da wir bezüglich der mikrobakteriellen Fauna noch zu wenige Erfahrungswerte haben. Ansonsten enthält es eine Menge Mineralien, die unser Körper benötigt. Dies betrifft auch einige der Moose und Gräser, die wir als Proben gesammelt haben. Einige davon, weisen einen brauchbaren Vitamingehalt aus dem gesamten von uns benötigtem Spektrum auf. Also, - stellt euch auf eventuellen Sonnenschein ein." schloss sie lakonisch.

Und tatsächlich, - etwa eine Stunde nach dem Gespräch, - schälten sich schwach die Umrisse der Sonne dieses Planeten aus dem Staubschleier der Atmosphäre. Die steigenden Temperaturen bewirkten zudem einen Verdunstungseffekt der sich in Bodennähe, - weitflächig in recht dichten Nebelschwaden äußerte. Es dauerte keine weitere halbe Stunde bis alles durchgehend in ein rötliches Licht getaucht war. In welchem es schwer wurde, zwischen nah und fern noch unterscheiden zu können. Fasziniert von der so ungewohnt veränderten Umgebung, stand die kleine Gruppe gerade neben einem der genauso ungewohnt riesigen eiförmigen Lebewesen. Und genoss es sichtlich, die Gesichter in die spürbare Wärme der vermehrten Sonneneinstrahlung zu halten. Verträumt blinzelnd realisierte es deshalb erst mal keiner, als sich im Gegenlicht ein kleiner Schatten zeigte, der langsam größer werdend, auf sie zu kam.

Dies änderte sich schlagartig, als der Schatten in voller Kontur erkennbar war. Aus Versonnenheit wurde plötzlich panikartiger Schrecken. Aus irritierter Neugier, pure Angst. Einem reflexartigen Automatismus gehorchend, schlugen einige der Priester das Kreuz. Andere sanken stöhnend auf die Knie. Judith wollte schon verärgert vor unvorsichtigen Reaktionen warnen, als einer davon wimmernd das Wort; "Satan" ausstieß. Aber auch sie, konnte sich nicht dagegen wehren, dass Bilder und alte Geschichten aus Kindertagen plötzlich Besitz von ihr ergriffen. Mit gewaltigen Hörnern, mächtigen Muskelpaketen und zottiger Behaarung an den in Hufen endenden Beinen, trat ein Wesen auf sie zu, welches auch noch jedem Klischee von menschlichen Vorstellungen über Teufel und Dämonen entsprochen hätte.

Welche Empfindungen das Wesen selber besaß, war an der Mimik kaum ersichtlich. Judith meinte so etwas wie Verwunderung zu entdecken. Aber menschliche Interpretationen auf fremden Planeten, sind so eine Sache. Angst war es wohl kaum. Alleine schon den merkwürdigen lederartigen Sack, den die Kreatur lässig mit einem Arm trug und der offenbar mit einer Flüssigkeit gefüllt war, - schätzte sie vom Gewicht her auf gute 80 Kilo. Die ganze Statur und Haltung ließen auf gewaltige Körperkräfte schließen. Die auch der größeren Anzahl von Menschen sicher mehr als gewachsen waren. Auch wenn es ihr schwer fiel dem Gefühl entgegen zu wirken, gleich von einem wilden Tier oder einem Dämon einfach in der Luft zerrissen zu werden, schämte sie sich dennoch für die gedachte; "Kreatur". Besonders, als das seltsame Wesen vor ihnen stehen blieb und sie mit intelligenten und hellwachen Augen ansah. Dabei stieß es eine Reihe von unverständlichen Lauten aus, - die eindeutig eine Art von Sprache waren.

Die Menschen, immer noch gelähmt vor Schreck und unfähig eine sinnvolle Erwiderung auf den offenkundigen Kommunikationsversuch erbringend, waren anscheinend auch für das Wesen etwas Neues. Jedenfalls fuchtelte es gewaltig mit seinen genauso gewaltigen Armen herum. Zeigte dabei mal auf die Menschen, dann auf sich selber, schließlich in die Ferne und versuchte dabei irgendetwas zu erklären oder zu fragen. Schließlich tat es etwas, was zumindest bei Judith stellenweise die Angst und damit auch das Eis löste. Es kratzte sich am Kopf und zuckte mit den Schultern. Irritiert bezüglich der Frage, ob es so etwas wie universale Gesten bei intelligenten Lebewesen im Weltall gab, brachte sie es zumindest fertig, neben einem zittrigen Heben der rechten Hand, ein heiseres; "Hi", zu krächzen. Was bewirkte, dass sich bei ihrem gehörnten Gegenüber die Mundpartie zu einer Mimik formte, deren Zahnbestand und teuflisches Grinsen, einen der Priester einfach in Ohnmacht fallen ließ.

Nach menschlichem Ermessen ausgesprochen vergnügt und fröhlich, ging das Wesen an der Gruppe vorbei zu der Wand aus steinharter Haut des eiförmigen Gebildes mit dem einen Auge. Mit einer der klauenbewehrten Hände mit knallenden Geräuschen kräftig auf eine anscheinend ausgesuchte Stelle schlagend, nahm es gleichzeitig seinen Beutel zur Hand. Und Judith konnte zusehen wie sich eine kleine Öffnung bildete. Aus welcher sich mit dickem Strahl eine milchig weiße Flüssigkeit ergoss, - die der Behufte sorgsam mit seinem Behältnis auffing. Dass es ein "Er" auch nach menschlichem Organverständnis war, konnte sie dabei gleich auch noch verschämt feststellen, da das gerade noch als knapper Lendenschurz durchgehende einzige Bekleidungsstück, wirklich ausgesprochen knapp war.

Und bevor der Strahl versiegte, füllte dieser noch eine, für seine Hände wirklich zarte kleine Schale, - die vorher wie ein Schmuckstück am Beutel befestigt war. Nachdem er selber daraus einen Schluck genommen hatte, kam er zurück zu Judith und hielt ihr mit unmissverständlicher Geste das Gefäß hin. Ihr blieb gar nichts anderes übrig, als es mit zittrigen Händen entgegen zu nehmen und zumindest einen kleinen Schluck zu versuchen. Daniel neben ihr, hatte seinen Schreck anscheinend auch zum größten Teil überwunden und wollte sie noch warnen. Aber ob sie nun an, möglicherweise für ihren Metabolismus giftigen Flüssigkeiten verstarb oder aufgrund misslungener Diplomatieversuche bei Erstkontakten, war ihr ihn diesem Moment ziemlich egal. Es schmeckte sogar nicht mal schlecht. Ein wenig ranzig, aber trinkbar. Und um der Diplomatie Genüge zu tun, auch wenn ihr überhaupt nicht danach zu Mute war, - brachte sie sogar ein Grinsen zu Wege.

Diese Geste wiederum, ließ die Augen ihres Gegenübers geradezu blitzen vor Freude. Und ehe sie sich versehen konnte wurde sie von zwei mächtigen, aber zu ihrer Verwunderung trotz der Klauen daran ausgesprochen vorsichtigen Armen wie eine Feder in die Höhe gehoben und kurz an eine gigantische Brust gedrückt. Nachdem er die, jetzt mehr aus komischer Verzweiflung immer noch grinsende Judith genauso vorsichtig wieder abgestellt hatte, packte der Hufenmann seinen Beutel und machte sich ohne viele Worte wieder auf den Weg. Der Richtung nach, war dies wohl die nächste sichtbare Gruppe von eiförmigen Wesen. Welche anscheinend die hiesige Form von Milchkühen darstellten. Und um die Verwirrung noch zu komplettieren, fügte der Dämon seinen bisher gelieferten menschlichen Gesten noch eine hinzu. Er drehte sich kurz herum und winkte noch einmal zurück. Danach kannte Judith nur noch einen Gedanken. Sie riss die kleine Kamera von Daniels Gürtel, entnahm die leeren Akkus und pumpte fieberhaft Energie mit ihrem Handgenerator hinein. Und schaffte es, trotz der sich in unmittelbarer Nähe der energiesaugenden Milchkühe extrem schnell entladenden Speicher, noch einige Aufnahmen des Entschwindenden mit dem Zoom zu machen.

Erst als dieser nur noch als winzig kleiner Punkt in der Ferne auszumachen war, hatten sich auch bei allen anderen, langsam Angst und Anspannung gelöst. Die Reaktionen, waren so vielschichtig wie die Menschen selber. Angefangen bei purer Freude über einen friedlichen Erstkontakt mit einer außerirdischen Lebensform, die einen selber zumindest mal nicht direkt wie rückständige Barbaren betrachtete. Hinweg über eigene Vorurteile gegenüber Wilden und Barbaren. Bis hin zum puren Planeten des Teufels, von einem noch besonders katholisch gefestigten Priester. Alles war dabei. Klar war lediglich, - sie waren nicht alleine. Neben ihnen, existierte mindestens noch eine intelligente Spezies. Sie bewegten sich also auf dem Territorium anderer. Und wenn der Gehörnte hier seine Lebensmittelvorräte auffrischte, war damit zu rechnen eventuell in unmittelbarer Entfernung auf eine ganze Ansammlung davon zu treffen. Judith und Helga empfanden Freude dabei. Daniel und Simon waren sichtlich neugierig, aber auch unsicher. Doch die Mehrheit hatte Befürchtungen aus einem ganzen Spektrum von Ängsten heraus. So beschloss man fürs Erste, sich wieder auf den Rückweg zu machen. Dieser würde sowieso einige Tage benötigen. Die bisher gewonnenen Informationen und Bilder, schickten sie noch am gleichen Abend über den Kommunikator zur Fähre.


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