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12.05.2011 von eb , - Aktuelle Bilder

Revolution.

Aus der Reihe: Der Kirchenplanet, Teil 9

DIN-A5 Acryl   Zum Vergr. anklicken.


Trotz der Aufregung des letzten Tages schliefen alle zum ersten Mal seit Wochen wieder, einen tiefen und erholsamen Schlaf. Um am nächsten Morgen allerdings, durch eine eingehende Nachricht vom Raumschiff im Orbit geweckt zu werden. Also hatte man ihr Verschwinden mittlerweile doch bemerkt. Judith betätigte die Empfangseinrichtung. Einer der von Anfang an um Wortführerschaft und die Position eines Ersatzbischofs streitenden Priester, starrte sie mit blutunterlaufenen Augen aus dem kleinen Bildschirm an und seine Stimme schrie fast wutentbrannt aus den Lautsprechern.

"Ich fordere die sofortige Rückkehr der Landefähre zum Mutterschiff. Die Gemeinschaft der letzten Gläubigen hat mit Gottes Hilfe die Führung des Raumschiffes und seiner Besatzung übernommen. Wir sehen unsere Mission als eine Prüfung des Herrn an, welcher den Menschen den Schritt in sein Reich ermöglichen will. Deshalb errichten wir zu seinen Ehren eine dauerhafte Kolonie auf dieser Arche und fordern im Besonderen die Frauen auf, ihren Verpflichtungen gegenüber dem göttlichen Willen nachzukommen. Dieses Schiff, wird als ein Zeichen Gottes und seiner Liebe zu den Menschen, seinen Himmel bevölkern."

Judith genügte ein kurzer Blick in die Gesichter der anderen, um auch ohne deren Zustimmung die Verbindung abrupt zu unterbrechen und dem wütenden Priester weiter folgende Litaneien einfach im Wort abzuschneiden. Zudem hatten alle die schweren Waffen bemerkt, welche der Mann vielleicht unbewusst, aber trotzdem bedrohlich zur Schau stellte. Schockiert und hilflos, starrten alle erst mal eine Weile ratlos auf den leeren Bildschirm. Bis ein anderes Kommunikationssignal sie aus ihren Gedanken schreckte. Jeremia, ihr geheimer Kontaktmann auf dem Schiff meldete sich. Sein altes Gesicht, schaute sie mit traurigen Augen aus dem kleinen Kommunikator an, dessen Gegenstück in seiner Kammer versteckt war. "Ich habe eben mitbekommen,", begann er, "dass sich Stefan, unser neuer Anführer bei euch gemeldet hat. Hört zu, - wenn ihr eine Möglichkeit besitzt länger auf dem Planeten zu bleiben, - dann versucht dies. Kommt auf keinen im Moment zurück. Hier oben ist die Hölle ausgebrochen. Der Bischof hat Selbstmord begangen. Daraufhin hat Stefan mit einigen seiner Anhänger die kleine Waffenkammer für Notfälle aufgebrochen und sich mit den Waffen darin, gewaltsam die Führerschaft angeeignet."

"Der Mann ist anscheinend wahnsinnig geworden." fuhr Jeremia fort. "Er fühlt sich als Sprachrohr des Herrn, und will das Raumschiff und seine Besatzung tatsächlich als Generationenschiff ins Nichts fliegen lassen. Dabei redet er ständig vom leuchtenden Beispiel Gottes liebster Kinder, - auch für die fortgeschrittenen Zivilisationen des Universums, die seiner Ansicht nach vom rechten Weg abgekommen sind. Einige der anderen haben diesen Glauben in ihrer Hoffnungslosigkeit sogar angenommen. Die meisten sind allerdings nur noch verängstigt und verkriechen sich. Ein paar aber, glücklicherweise mehr als er selber auf seiner Seite wähnen kann sind auf meiner Seite. Und wir werden versuchen seiner Gruppe wenigstens die Waffen zu entreißen. Wobei ich hoffe, dass wir diese dann entgültig aus dem Raumschiff entfernen- und eine friedliche Lösung versuchen können. Hört ihr? Ihr seid das einzige Druckmittel, was wir im Moment haben. Solange ihr dort unten seid, kann er nicht los fliegen. Denn dass ohne Nachkommen sein göttlicher Plan ins Wasser fällt, weiß auch er. Was dies sowieso für die Frauen bedeutet, brauch ich wohl nicht erst groß zu erklären. Der Mann hantiert schon mit Überlegungen perfekter Nachkommenschaft im Sinne des Herrn herum. Aber holen, kann er euch auch nicht. Was uns also Zeit verschafft."

Noch um Fassung ringend und unter zustimmendem Nicken der anderen erklärte Judith ihm, dass sie in der Lage wären sogar mehrere Monate auf dem Planeten zu bleiben. Und um den mutigen alten Mann etwas auf zu muntern, erzählte sie ihm auch noch was sie bisher vorgefunden und erlebt hatten. Erstaunt und erfreut hörte er ihr zu. "Das sind wahrhaft bessere Nachrichten, als ich sie euch bringen kann.", meinte er und ein hoffnungsvolles Leuchten ersetzte die Traurigkeit seiner Augen. "Damit kann ich vielleicht auch die anderen motivieren. Und den Hoffnungslosen und Apathischen eine Alternative zu den geisteskranken Plänen von Stefan bieten." "Ich danke euch sehr.", verabschiedete sich Jeremia und fügte noch hinzu; "Ich werde versuchen in periodischen Abständen die Entwicklungen hier zu beschreiben. Lasst das Gerät also auf Speicherung stehen, falls ihr nicht erreichbar seid."

Jetzt saßen sie also hier fest. Was fürs Erste, keinen allzu groß belastete. Zu viel Neues gab es draußen zu entdecken. Und zurück aufs Raumschiff, wollte keiner der zwölf Menschen in der Landefähre. Zumindest nicht in der momentanen Situation. Wegen des an der jetzigen Position zwar geringem, aber doch ständigem Energieabfalles flogen sie noch einmal eine größere Strecke zurück und lagerten an einem Ort wo sich der Effekt nicht mehr bemerkbar machte, sicherheitshalber drei der größeren und noch annähernd voll geladenen Reserveakkumulatoren der Fähre. Jeder davon, konnte das Schiff für Wochen mit Energie versorgen. Sie waren zwar recht schwer, konnten aber einzeln durch zwei Personen, zur Not selbst wenn die Sauerstoffgrenze der atembaren Luft in den Randbereichen des Grabeneinganges schwanken würde, noch mit den Isolieranzügen zu Fuß geholt werden. Somit würden sie, selbst wenn das kleine Schiff in Wochen vielleicht keinerlei ausreichende Energie zum Starten mehr hätte, auch auf unbestimmbare Zeiten hinaus noch eine Option zum Rückflug haben.

Wasser und Nahrung waren noch für Monate ausreichend vorhanden. Diskussionen über die Situation auf dem Raumschiff im Orbit brachten im Moment auch nichts. Also machten sie sich, nach Rückkehr zum gestrigen Ausgangspunkt daran, alles für eine mehrtägige Erkundungstour des Grabens zusammen zu packen. Für das Energieproblem weiter in der Schlucht, bezüglich Beleuchtung und sonstiger tragbarer elektrischer Geräte, fand Judith sogar eine Lösung. Unter dem Werkzeug im Laderaum, entdeckte sie mehrere handliche mobile Kleinstgeneratoren, welche mittels mechanischer Betätigung eines Bügels ein Fliehkraftgesperre betätigten, mit dem sich über einen Magneten und einer Spule hohe Ströme produzieren-, und damit recht schnell die kleinen Hochleistungsakkus wieder aufladen ließen. Damit war es sogar möglich, mittels eines kleinen Kommunikators einen Kontakt zur Landefähre aufrecht zu erhalten. Denn Mike und Linda, eines der zwei weiblich-priesterlichen und bisher geheimgehaltenen Liebesbeziehungen, erklärten sich bereit bei der Fähre zu bleiben. Das diesbezüglich feixende Grinsen von Judith erklärte sich Daniel damit, dass es wohl ihre Freude darüber war, dass nicht sie es sein musste welche auf das Abenteuer verzichtete, um auf die Fähre auf zu passen. Aber die süffisant schmunzelnden Gesichter von Helga und auch einigen anderen ließ ihn vermuten, dass es wohl noch andere Gründe dafür geben musste. Jedenfalls machten sich noch am Mittag dieses Planeten, zehn mit einem Rucksack bewaffnete Menschen, auf einen längeren Weg.


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