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05.05.2011 von eb , - Aktuelle Bilder

Die Mystik des Augenblicks.

Aus der Reihe: Der Kirchenplanet, Teil 8

DIN-A4 Acryl   Zum Vergr. anklicken.


Der Fingerzeig erwies sich bereits schon nach den ersten zwanzig Kilometern Einflug in den sehr sanft, und wegen seiner Weiträumigkeit fast unbemerkbar aber doch stetig abfallenden Eingang des Grabens, - als wahre Fundgrube. Zwang Judith aber auch zum Abbruch des Weiterfluges, und zur Landung auf einem tatsächlich flächig von Flechten und Moosen bedecktem Boden. "Warum fliegst du nicht weiter hinein?" fragte Helga sie, welche aus ihrem Co-Pilotensitz heraus fasziniert die nicht erwartete dunkelgrüne Pracht bewunderte. "Den Instrumenten zufolge, verlieren wir seit einigen Minuten stetig an Energie", erklärte Judith ihr und den anderen. "Dies betrifft sogar die unabhängigen Speicherzellen. Auch wenn es albern klingt, - aber entweder diffundieren wir Energie sinnlos nach außen, oder irgendetwas entzieht uns ganzflächig den Saft.

Und das, vollkommen unabhängig davon, wo er herkommt, oder gespeichert ist. Der Verlust steigt, je weiter wir in die Schlucht vordringen, - würde aber bei momentanem Status und meinen Berechnungen zufolge, erst in ein paar Wochen einen Rückflug ernsthaft gefährden. Deshalb lande ich sicherheitshalber bereits hier schon. Wir werden wohl zu Fuß weitergehen müssen.

Aber freut euch. Die Luft ist schon seit den letzten zwei Kilometern absolut atembar, und soweit es die biologische und chemische Auswertung unseres Bordcomputers betrifft, zumindest frei von uns bekannten Keimen oder Giftstoffen. Wir können uns also frei bewegen, - sollten uns allerdings warm anziehen. Ist im Moment ziemlich frisch da draußen. Ich hab genug von den dicken Mönchskutten für alle eingepackt. Ist vielleicht nicht der letzte modische Schrei, aber dafür bequemer als die Isolieranzüge."

"Was ist mit Beleuchtung?", fragte Daniel, der sich angesichts der modischen Betrachtungsweise über klösterliche Büßerkleidung als Outdoor-Ersatz irritiert fühlte. "Da draußen herrscht bereits ein ziemliches Zwielicht und unter Umständen wird es weiter in der Schlucht noch dunkler. Auch ganz unabhängig von ihrer enormen Breite oder der Planetenstellung. Wenn wir bereits hier im Schiff Energie verlieren, wie schnell würde dies die Akkus der Handleuchter leer saugen?" "Guter Einwand", bemerkte Judith nachdenklich. "Wir haben eine ganze Menge der Holzfackeln für eure anfangs geplanten Zeremonien an Bord. Die brennen Stunden. Ich denke, jeder nimmt sicherheitshalber eine davon mit."

Das Gefühl, nach den Monaten Metallfußboden des Raumschiffes über weiche Moospolster laufen-, und tatsächlich Luft atmen zu können, die sogar nach etwas roch, - war unbeschreiblich. Das hier, - war eine Option die auch den anderen auf dem Raumschiff genug bedeuten musste, um für alle vielleicht wieder einen Sinn, auch außerhalb der vorherigen Mission zu finden. Und vor ihnen, lag eine ganze Welt von Geheimnissen im ansonsten unerreichbaren Halbdunkel eines endlos scheinenden, riesigen Grabens verborgen. Für dessen Durchquerung sie zu Fuß, alleine schon mehrere Wochen benötigen würden. An die Möglichkeit, dass dies sogar nur eine von vielen ähnlichen, aber unzugänglicheren Schluchten sein könnte, wagte dabei kaum jemand zu denken. Ob es am Sauerstoff, an der Umgebung, oder an neu gefundenen Hoffnungen lag, - alle ergriff nach dem Verlassen der Landefähre ein geradezu berauschendes Gefühl der Neugierde und Abenteuerlust. Niemand der zwölf Menschen wäre in diesem Moment in der Lage gewesen von einem der anderen zu verlangen, aus Sicherheitsgründen bei der Fähre zu bleiben.

Aber da in etwa fünf Stunden die planetare Nacht hereinbrechen würde, wollten sie sowieso heute lediglich nur die nähere Umgebung erkunden. So gingen sie geschlossen in Richtung Schlucht und sammelten begeistert Proben einer doch recht beeindruckenden Vielfalt von unbekannten Moosen. Wobei oft nicht klar war, ob es sich um Moose oder ebenso unbekannte Gräser handelte. Irgendwie mussten diese Pflanzen einen Weg gefunden haben mit dem doch recht flauen Tageslicht hier aus zukommen. Die ganzflächige Bedeckung des Bodens damit, war wirklich enorm. Erst nach ungefähr einer Stunde Fußmarsch, war in einiger Entfernung zum ersten Mal eine farbliche Unterbrechung im dunkelgrünen Pflanzenteppich auszumachen. Simon, der eine besondere Leidenschaft für Botanik besaß und gar nicht genug davon bekam mit seiner Handleuchte auch noch den kleinsten Zwischenraum aus der Dämmerung zu reißen, - fiel als erstem auf, dass der Energieverlust der Lampenakkus plötzlich rapide zu nahm. Und nach einer weiteren halben Stunde, stellten bei einer Überprüfung alle verwundert fest, dass die Lampen und auch alle anderen mitgenommenen elektrischen Geräte, zwecks Komplettentleerung der Akkus unbrauchbar geworden waren.

Währenddessen wurde beim Näherkommen, die Farbauffälligkeit langsam als recht große, aber merkwürdige geometrische Regelmäßigkeit erkennbar. Dabei hätte sich Helga, welche ein altes optisches Fernglas bei sich trug, beim ersten Blick auf das Objekt fast rücklings auf den Boden gesetzt. Ihr verwunderter Schrei, bewirkte beim Herumreichen des Gerätes bei jedem ähnliche Reaktionen. Dies war weder ein Fels, noch eine sonstige geologische oder gar pflanzliche Besonderheit. Wie eingegraben, - ragte dort ein dunkelfarbiges halbes Ei aus dem Boden. Und stumm in den Himmel blickend, saß auf seiner Spitze etwas, bei dem es schwer fiel, es eventuell nicht als Auge zu deuten. Vorsichtig, aber zwecks Neugier auch immer schneller werdend, näherte sich die Gruppe dem seltsamen Wesen. Dass es ein Wesen war, bezweifelte niemand. Denn wenn man genau hin schaute, bewegte sich das, was man als Pupille des Auges bezeichnen konnte. Zwar extrem langsam und zeitlupenhaft, aber doch erkennbar. Auch schien ein unmerkliches Pulsieren von dem ganzen Gebilde auszugehen.

Was allen auffiel, war jedes Fehlen von Gefühl für Gefahr. Niemand hatte Angst. Selbst Judith, die vorsichtigste und misstrauischste von allen, konnte sich dem immensen Eindruck zwar geheimnisvoller, aber absoluter Friedfertigkeit nicht entziehen. Als sie bis auf wenige Meter am mittlerweile hoch vor ihnen aufragenden Körper angekommen waren, kamen sie sich aufgrund der Ausmaße wie Ameisen vor. Aus dieser Perspektive heraus, war die Spitze und damit auch das Auge nicht mehr zu sehen. Der Körper wirkte wie Stein oder besonders hartes und dickes Leder, strömte aber trotzdem eine gewaltige Aura ruhigen Lebens aus.

Fast schon ehrfürchtig darum bemüht, mit den zwecks besserer Betrachtung entzündeten Fackeln, dem Wesen auf keinen Fall zu nahe zu kommen, - umrundeten sie es mit neugieriger Verwunderung. Nach einer Stunde ergebnisloser und ratloser Umrundung des Wesens, bei dem weder etwas passiert war noch eine Erklärung gefunden wurde, - mahnte Judith trotz aller eigener Neugier zur Rückkehr. In zwei Stunden würde aufgrund der Planetendrehung die hiesige elfstündige Nacht hereinbrechen. Und sie konnte sich vorstellen, dass es aufgrund der durch die Staubwolken in der höheren Atmosphäre nicht sichtbaren Sterne, - hier wirklich sehr dunkel werden würde. Und sie hatten keinerlei Ausrüstung zum Übernachten dabei. Aufgeregt diskutierend, aber irritiert und ohne eine Erklärung für das merkwürdige Wesen gefunden zu haben, machten sie sich auf dem Weg zurück zur Fähre. Immer wieder zurück schauend, um noch einen Blick auf das starr wirkende Auge auf der Spitze zu erhaschen. Welches sich scheinbar wartend, auf irgendetwas im Himmel konzentrierte. Tausende von Fragen stellten sich. Was tat es dort? Wovon und wie ernährte es sich. War es intelligent? Hatte es etwas mit dem Energieverlust zu tun?

Erst spät in der Nacht und dem Stellen von noch mehr, aber im Moment genauso wenig beantwortbarer Fragen, krochen alle in ihre Schlafkojen. Und ausgerechnet der eher sachlich nüchterne Daniel, überraschte mit dem Gedanken; "Ist es nicht erstaunlich? Wieviele Fragen ein einzelnes Lebewesen aufwerfen kann, wenn man es in ungewohnter Umgebung vorfindet? Die nächste Erkundung, sollten wir unbedingt für einige Tage veranschlagen. Nicht nur für ein paar Stunden."


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