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16.07.2011 von eb , - Surreale Sichten.

Euroland

(C.) DIN-A3 Acryl Klick macht dick.
bild



Zeus überlegt sich ernsthaft, was er sich dabei gedacht hatte Selene zu helfen den knackigen Endymion zu verführen. Der Kerl hätte ja nun wirklich jede Frau haben können. Und fernab jeder Klischees, hat der Schönling sogar noch Charakter. Und nu? Was hat er jetzt davon? Schläft immer noch, weil ihn sich die Frau im Mond als ewig jungen Lover warm halten will, - und weiß nicht mal was von den fuffzig Bälgern die sie ihm angedreht hat und heute als Mondpriesterinnen positioniert.

Klar, hat so ein alter Knochen wie Zeus Verständnis dafür, sich ein wenig Leben bis in alle Ewigkeiten warm einzupacken. Und schließlich hat er ja auch mal selber was mit dem jungen Ding angefangen. Immer mit Hera rum zu machen, ist wirklich kein Honigschlecken. Ausnahmsweise ist mit der hellen Pandia, ja auch mal was vernünftiges dabei heraus gekommen. Und da Selene, auf Heras Wunsch, irgendwelche Löwen konstruieren durfte, denen Herakles dann das Fell über die Ohren ziehen musste, ist die auch nicht mehr ganz so sauer.

Aber das personifizierte Schicksal über einem, schaut einen doch langsam schon schräg an, wenn man immer die Anständigen zum Spielzeug notgeiler Götter und Göttinnen macht. Obwohl, - das sind ja auch Mädels. Die werden für Selenes Gender-Mainstream-Allüren, - sicher Verständnis aufbringen.

Doch trotzdem, - was bei so Liebschaften raus kommen kann. - ist schon enorm. Ist ja nicht das einzige Mal, dass der alte Herr seine Gattin betrogen hat. Und seine Trickkiste dafür ist gewaltig. Damit die holde Hera nichts mitbekommt, weil er sich in die hübsche Europa verguckt hat, macht der doch glatt einen auf Stier und entführt ungesehen von seiner Angetrauten das Mädel übern Teich nach Kreta, - um sich dann an sie ran zu machen. Und Aphrodite, die hübsche Hexe, - der fiel nix besseres ein, sich auch noch einen Joke daraus zu machen, - das Ganze mythisch in eine Verheißung einzupacken. Homer bastelt das in seine Illias ein und der gute Moschos, (der hat jetzt nix mit Ochsen zu tun), ein Schüler von Aristarch, macht aus der Story ein kleines Epos. Irgendein Römer namens Ovid findet das in seinen Metamorphosen schick, - und schon haben wir den Salat. Nicht zu fassen. Dabei ist noch nicht mal klar, ob der Name der Dame was zusammen Gestricktes der alten Griechen ist und irgendwas mit; "weitsichtiger Frau" oder "Frau mit weiter Sicht" bedeutet oder aus dem akkadischen "Erebu" über das phönizische "ereb" zum Dunkel des Abends verfeinert wurde. Ich tippe auf letzteres. Einfach deshalb, weil das mit der Weitsicht wohl nicht so richtig hin gehauen hat.

Hätte der alte Knochen mal lieber die Finger von den jungen Dingern gelassen. Wenn Aphrodites Verheißung heute Euro heißt, dann war seine Schlacht gegen den eigenen Papa ziemlich nutzlos. Und das Kronos, der alte Herr, aus dem Tartarus ausgebüchst ist um sich den Kontinent als Banker unter den Nagel zu reißen, hat er nicht mal mitbekommen. Und nu? Mann, Mann, Mann, - Zeus. Ein kastrierter Titan mit miesen Absichten, beherrscht einen ganzen Kontinent. Und alle finden das auch noch toll. Und was passiert nu mit dem alten Haudegen? Endet wahrscheinlich als Buchhalter in Kronos Abschreibungsmodellen. Wenn der ihn überhaupt am Leben lässt. Viel mehr als seinen bescheuerten Euro, - hat der nämlich bisher nicht übrig gelassen.


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