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19.02.2014 von eb , - Aktuelle Bilder

Der bedenklich breite Raum, zwischen Bildung und Verbildung.

Klick macht dick.
bild Was Ideologen jeglicher Couleur wohl unbedingt gemeinsam haben, ist ihr unstillbarer Drang, aus ihrer Ideologie so eine Art reiner Lehre oder Weltformel mit Alleinstellungsmerkmal bzw. ultimativer Lösung für alle zu machen. Und eh man sich versieht, wird dann aus Ideologie Religion. Und Religionen, betrachten sich, sinnigerweise jede für sich, sowieso als die einzig Wahre. Wobei natürlich als Erstes, die Wahrheit auf der Strecke bleibt. Spätestens immer dann, wenn der Jünger tapferer Wille anfängt, die sowieso schon vermeintliche Wahrheit auch noch zu interpretieren. Selbst bei den Menschen, kann man dann mitunter nicht mehr zwischen diesem; irgendein Denker, Ökonom, Philosoph sagt, - Allah sagt und Gott sprach, - unterscheiden. Auch wenn man die Schiffszeitung liest, wird man beim politischen Teil niemals wirklich den Eindruck los, nicht auch Ähnliches zu lesen, was auch eine Verwandte von mir so unter dem Fußboden des Kirchenschiffes verzehrt, in welchem sie sich häuslich eingerichtet hat. Und der Rest, funktioniert dann auch überhaupt nicht anders, als ein ganz normaler Schiffsgottesdienst. Vorne predigt einer die Welt gerade, alle singen Halleluja, und man dient eben irgendeinem gebastelten Gott.

Trotzdem fühle auch ich mich schuldig. Das mit dieser Bildungsideologie, hat, so scheint es mir, durchaus auch so seine Tücken. Möglicherweise, war es sogar ein großer Fehler, nur ihm, ober überhaupt das Lesen beizubringen. Denn offenkundig, gibt es zwischen Lesen und Lesen, gewaltige Unterschiede. Vielleicht sollte man sich ernsthaft überlegen, ob Lesen ohne Umgebungskenntnisse des Gelesenen, nicht weitaus gefährlicher sein kann, als überhaupt nicht lesen zu können. Aber ich wollte es doch nur genauso machen, wie die menschlichen Bildungsexperten. Ist es möglich, dass bei denen auch was falsch läuft? Die merkwürdige Einstellung, dass Intelligenz und Bildung, irgendetwas über einen Sinn zugunsten von Lebewesen aussagen könnte, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Aber was soll's. In jedem Fall kann man wohl sagen, dass es eher nicht die Denker und Literaten, als vielmehr immer ihre Jünger waren.

Helga, die verkannte Schiffsratte, beim nachdenklichen Betrachten ihres Göttergatten. Welcher ein altes Exemplar von B.Travens Totenschiff gefunden hatte. Und jetzt mit aufgeschlagenem Buch von einer erhöhten Position aus, die versammelte Rattenmannschaft, wie Shakespeares Heinrich der Fünfte bei seiner berühmten St. Crispins Rede damit zu donnerte, dass die Zukunft der Ratten nur auf einem Schiff liegen könne, dessen Mannschaft erst durch ihre von Abhängigkeiten bedingte Sklaverei, wirklich frei sein würde. Und damit auch die Ratten. In das folgend donnernd mehrstimmige Halleluja, mischte sich eine bedenklich barbarische Ahnung von Menschen- und Nutzfleisch. Und; "Freiheit ist die Freiheit herauszufinden, wer zuerst Hunger hat", - singend, marschierte die Schar ihrem neuen Anführer hinterher. Der neben Helga, als einziger von ihnen lesen konnte.


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