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02.11.2013 von eb , - Aktuelle Bilder

Omnium Sanctorum, mit folgendem; In Commemoratione Omnium Fidelium Defunctorum

Klick macht dick.
bild Liebe Gemeinde. Liebe Gläubigen. Liebe Seelen, - welche sich auch des Samstags, an den Tempeln des Konsums ganztägiger Öffnungszeiten erfreuen können. Als halbwegs domestizierter Beuteschwabe, fühle ich mich nach einigen doch allzu einfachen Klischees genötigt, in barmherziger Freude und liebevoller Sympathie meinen Mitmenschen gegenüber, meinen Standpunkt ein wenig umschreiben zu müssen. (Keine Sorge, es wird schon ein paar Leute geben, die das verstehen werden).

Es heißt ja, dass Allerheiligen der Festtag ist, an welchem nicht nur der Heiligen, sondern auch denen gedacht wird, die nicht heilig gesprochen wurden. Beziehungsweise auch jenen Heiligen,- die nur Gott kennt. Nun weiß ich ja nun wirklich nicht, wen der so alles auf'm Kiecker hat. Unsereiner wird's im positiven Sinne wohl eher weniger sein. Nicht nur, weil ich armes Sünderlein das mit der Heiligkeit irgendwie nicht so recht hin bekomme. Mir fehlt ja auch die nötige Mitgliedschaft im entsprechenden Himmelsbeförderungs-management. Wobei ich allerdings davon ausgehe, dass der Erzeuger dieses Universums, sich nicht zwingend an die Regeln hält, welche seine Erzeugnisse ihm da so auf mannigfaltige Art zusammen gebastelt haben. Was nicht bedeuten soll, dass nicht auch so ein unzivilisierter Heide wie unsereins, nicht das spirituelle Gefühl einer möglichen Allmacht, Allmächte, eines Gottes, einer Göttin, oder von mir aus auch mehreren, bzw. nichts davon kennt. Also Mächte, (wobei mir das Wort Macht einfach missfällt), - die sogar oberhalb von NSA, Austerität, Systemrelevanz, Exportüberschuss, Wirtschaftswachstum und Börsennotierungen zu verorten wären. Mit welcher Bezeichnung oder Symbolik, ich da allerdings irgendwas beschreiben soll, was nicht beschreibbar ist, - habe ich nun wirklich keine Ahnung von. Die Kunst, - Fragen auch als Fragen im Raum stehen zu lassen, und nicht immer gleich wieder durch Männer mit weißen Bärten oder lustigen Hüten zu ersetzen, ist, - so scheint es mir, eine verlorene Kunst. Dass die irgendwie zwanghaft durch die Kunst des Expertentums ersetzt wurde, - darf ich aber trotzdem, mit Verlaub, - skeptisch sehen.

Nun geht es mir auch beileibe nicht darum, anderen Menschen ihr religiöses Regelwerk madig zu machen. Solange die sich dabei nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen, oder mich und andere Unbeteiligte damit nicht in Ruhe lassen wollen, - ist mir das genauso wumpe, als wenn ausgerechnet Elvis jetzt du denen gehören würde, die man beim Heiligsprechen übersehen hatte. Mit Frank Zappa könnte man mich vielleicht bestechen, - aber gut, - lassen wir das mal lieber. Generell kommt man vo(n/m) Allerheiligen ja auch immer zu Allerseelen. Also der zwote November. Diese Erfindung des Cluniazensermönches; "Odilo von Cluny", (962-1048) finde ich, obwohl derselbige auch in diesbezügliche Ehren kam, jetzt irgendwie spannender als die Elite der bekannten oder unbekannten Heiligen. Hier wird nicht der Seelen mit dem berüchtigten Leuchtkringel über dem Kopf gedacht, sondern den ganz profan Verstorbenen aus der großen Masse der der Kirche Unbekannten. Menschen, - wie du, und ich. Wie bereits am Anfang angedeutet, übersieht die Kirche ja auch mal ab und zu was. Will meinen, dass sich darunter ja durchaus auch der eine oder andere Heilige befindet, den dann eben nur Gott kennt. Dies sind dann logischer- oder eher zufälligerweise jene, an welchem man an Allerheiligen genauso gedenkt, wie an Allerseelen. Den Kennern einsamerer katholisiert gottesfürchtiger Landstriche, ist es vielleicht mehr noch als Allerseelenablass bekannt. Denn während die Heiligen den direkten und kirchlich beglaubigten Freischein in den Himmel bekommen, müssen sich die einfachen Menschenkinder nach Verlust ihres Lebens, erst mal waschen, läutern, - und mit viel Buße zeigen, dass sie da oben später keinen Unsinn machen. Also im Großen und Ganzen, so eine Art temporäres-, aber reinigendes Fegefeuer für Verstorbene, mit allerdings prozess-optimierten Möglichkeiten zur Verkürzung durch die Angehörigen.

Dass dies natürlich nach katholischem Verständnis von Gott geschenkt wurde, versteht sich von selber. Wenn dies nicht, wie bei allem anderen natürlich auch der Fall wäre, würde ja auch keiner mehr die katholische Kirche ernst nehmen. So Geschichten mit Ablässen, waren allerdings schon immer ein wenig kritisch. Und finden sich als Bad-Banks des Glaubens, bzw. zeitlich begrenzbarem Sündenmanagements mit Abwicklungscharakter, ja durchaus auch des Öfteren in anderen Tempelbezirken menschlicher Glaubenswirtschaft. Gut, ... gute Seelen, waren im Herzen der speziell katholisch christlichen Händlerseele anscheinend stellenweise kalkulierbar, und hatten offenkundig auch ihren Preis. Ob wir es als kirchlich vermittelte Haltung der Offenheit gegenüber Gott ansehen, der allein Sünden vergibt, - und das göttliche Leben ausgerechnet mit passend ökonomisierter Gestaltung des; "Irgendwas danach" schenkt, dürfen meiner Ansicht nach, auch die Experten, und dies ganz angstfrei vor der Hölle, - in Frage stellen. Und erfreulicherweise, gibt es ja auch bei den Katholiken, eindeutige und recht liebenswerte Unterschiede, zwischen Liturgie und zeitgemäßer Handhabe sowie Volksempfindens. Bei den Protestanten, heißt ähnliches ja Totensonntag. Und auch an diesem Tage, bin ich voller Respekt davor, - und eigentlich ansonsten stille.

Auch inwieweit man was, oder wie in Verbindung bringen kann, bzw. was sich aus wem entwickelt haben könnte, oder auch welches Brauchtum nun zuerst wo gebraucht wurde, - mag für Historiker genauso interessant sein, wie für Interessierte an den Mythen eines Kulturraumes. Als Liebhaber von Märchen, weiß ich dies nur allzu gut. Und eine Beschäftigung damit, finde ich durchaus spannend. Und sehr wertvoll für Reflexionen einer ganzen Menge von Begebenheiten und auch Zuständen. Wobei für mich zu Letzterem gehört, dass man darüber genauso wenig die Welt erklären kann, wie mit tausenden von anderen Versuchen, etwas zum Non-plus-ultra-, zum perfekten Ideal-, System-, oder anderweitig zur ultimativen Hegemonie des Lebens und Sterbens aller an den Himmel zu klatschen. Wenn da jetzt neben mir einer sitzt, der Totensonntag mit Walhall verwechselt, und es auch ansonsten mag, nordischem Sagentums anzuhängen, - sein Schwertkampftraining vor laufendem Herr-der-Ringe-Film aber auf den eigenen Balkon beschränkt, - und auch ansonsten, dies genauso wenig mit brauner Himmlerscher Menschenverachtung verwechselt, wie die Jünger einer neuen Sachlichkeit, genauso schnell in eine Ideologie der Sachlichkeit entgleiten können, - dann gehört der für mich genauso zur respektierten Vielfalt der Menschen, wie der streng gläubige Christ oder Muslim, der den Anderen neben sich duldet. Und im besten Falle, auch noch ganz missionsfrei das menschliche Gespräch mit ihm sucht.

Was die Neuheiden betrifft, - ich finde den Begriff, - saublöde und doppelt diskriminierend. Das ist ähnlich wie "Neoliberalismus", der eine hässlich unmenschliche Marktideologie bezeichnet, aber damit das "liberal" für alle Menschen, rhetorisch einfach mit platt macht. Für die etablierten christlichen Kirchen war im globalen Maßstab, - "alles" "Heide", was keiner-, der falschen-, oder auf jeden Fall keiner christlichen oder jüdischen Religion angehörte. Und selbst nach Bekehrung, wird heute noch von "ehemaligen" Heiden gesprochen. Was fängt jetzt so ein Gegner von Nationalismus, braunem Urgeschrei, Hetze gegen andere Menschen, - - und überhaupt Herrenmenschentum, - wie unsereins damit an? Muss ich jetzt wieder in die Kirche eintreten, um diesbezüglich glaubhaft zu sein? Nur weil da bei Wikipedia ein paar Leute möglichst einfache Schubladen lieben, und nicht über Virginia Woolf hinaus kommen? Deren Werke und Wirken ich absolut schätze. Aber liege ich falsch in der Annahme, dass das Christentum nun doch ein wenig älter ist, - als das 20te Jahrhundert? Man kann überhaupt vieles drehen, was einem so linientreu wie möglich gefällt. Auch der Umstand, dass Bierbrauer, Chauvis und Sympathisanten archaischer Kulturverständnisse beim Namen "Bilgamesh" feuchte Füße kriegen, wird auch nichts daran ändern, dass die olle Sintflutgeschichte mit alttestamentarischem Alleinanspruch, da nun mal dort im fruchtbaren Halbmond, satte 2000 Jahre früher als biblische Kontexte, in der Urmutter aller Epen entstanden ist. Da muss man weder Philosophien, noch Religionen draus stricken.

Unsereiner bezeichnet sich genau wegen dieser Konditionierung als Heide, und speziell deshalb, weil dies nun mal aus der rhetorischen Geschichtsküche christlicher Beleidigungsmöglichkeiten gegenüber Anders- bzw. Nichtgläubigen stammt. Durch den Begriff; "Neuheide" im Verbund mit Esoterik und Nationalsozialismus, gibt man den etablierten Kirchen nur die Chance, das eigene Rad nochmals von vorne zu starten. Und wie wir hoffentlich wissen, haben die sich als Vertreter der Religionen, in entsprechenden Zeiten genauso korrumpieren lassen, wie Forschung und Wissenschaft. Erst wenn diese unterschwelligen Klischeeisierungen über noch einfachere Klischeeisierungen ein Ende finden, werde ich mich rhetorisch korrekt, - als Sympathisanten von humanen Ansichten im christlichen Glauben, sowie humanistisch linken Naturalisten mit großem Respekt vor- aber ohne Absolutionsanspruch der Naturwissenschaften, wie auch konfessionslosen Nicht-Theisten und Nicht-Atheisten bezeichnen, - der einfach nur die Menschen liebt. Wem dies zu kompliziert sein sollte, - der muss eben in die Kirche gehen, - und sich dort die Welt erklären lassen. In welche auch immer. Die entsprechende Ablassregelung, wird dann späteren Historikern zeigen, - was geschah. Es kann unglaublich grausig werden, aber auch mutig. Und hoffentlich niemals frei von Gedenken, - und "Denken". Auch mal unabhängig, von allzu gewohnten Klischees. Weder Namen, noch Institutionen, noch Systeme, werden uns und andere vor uns selber schützen. Dies liegt schon an jedem von uns selber.

Es geht nicht darum, wie ein Papagei zu wiederholen, dass alle Menschen bis heute gestorben sind, es geht nur darum, zu entscheiden, ob man den Tod hinnimmt oder sich gegen ihn empört.

Elias Canettis Jugenderinnerungen über das Gilgamesh Epos.


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