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02.11.2010 von eb , - Comic-Art

Robotmania


DIN-A3 Polychromos   Zum Vergr. anklicken.



Ein Hoch auf Trittins Dosenpfand. Wird ja doch noch mal was vernünftiges draus. Allem Anschein nach, ist nun endgültig die Robotermanie ausgebrochen. Selbst unsere Bundeskanzlerin spielt schon mit Manga-Mülltonnen. Die orangenen Dinger in Autofertigungshallen, sind ja schon alte Hüte. Denn mittlerweile träumen intelligenzlose Medien, ersatzweise von künstlicher Intelligenz, die auch gleich die menschlichen Bezugssysteme kostensparend per Altenpflege auf null reduzieren kann. Forscher realisieren im Geiste schon mal ihren streng wissenschaftlichen Urwunsch nach dem "Alles ist eins". Und junge wie alte Robotiker bilden Netze, Profis, und jeder der sich in die kleinen Atmega-Prozessoren verliebt hat, greift natürlich ebenso voll in die Bastelkiste. (Versteh ich ja). Ob als Botenjunge, Rasenmäher, Reduzierung von Krankenhauspersonal, gegen das zittrige Händchen des Chirurgen oder als moderner Winnetou für zeitgemäße Kriegsspiele. Zwar sind stellenweise Leiharbeiter noch billiger als ihre Blechkollegen, aber man hört schon am kühlen Klang der Rhetorik, - den Robots gehört die Zukunft.

Der alte Traum vom Sklaven dem es egal ist, ob er sein blechernes Patschhändchen schmutzig macht oder nicht, hat sich drastisch zugunsten der mechanisch reproduzierbaren Wiederholgenauigkeit, bis hin zum Tätigkeitsfeld edler Halbgötter in Weiß entwickelt. Und wie bereits dunnemals die Verbannung handwerklich geschickter Feiler und Dreher, dem Rationalisierungsprinzip der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit durchs arbeitsamttechnische Maleur der CNC-Umprogrammiererei erklärt wurde, - finden sich auch hier ausnahmslos nur Adepten einer grenzenlosen Begeisterungsfähigkeit für den Umstand, dass längerfristig gesehen, Investitionen immer billiger sind als Lohnkosten mit Kündigungsfristen.

Aber so ein Arbeitnehmer will schließlich nicht maulen. Er hat wirklich wichtigere Sorgen. Z.B. die Frage, ob er dann noch seiner Bierdose trauen kann. Ich warte eh schon auf entsprechende Weißblechgefäße die mir beim Öffnen erzählen, dass Alkohol ungesund ist. Weinflaschenöffner mit eingebauter "ThinkPositive"-Injektion. Schnapsgläser mit Alkohol-Neutralisator oder Eierbecher mit automatischer Cholesterinanzeige. Ob Eier nun schuldig sind oder nicht, bzw. Übergewicht überhaupt kein Thema ist, interessiert doch den Eierbecher nicht. Das Iphone mit App zur minütlichen Kalorienkontrolle, wird diese Lücke dann sowieso füllen. Vielleicht entwickelt sich im Zuge der Demografie, ja sogar noch der Aktiv-Kohle-Filter mit eingebautem Aphrodisiakum-Zerstäuber und intelligenter Partnersichtung. Da werden die Nichtraucher aussterben wie die Arbeitsplätze. Kippenautomaten die einen Ü50iger fragen ob er über 18 ist, haben wir ja schon. Assimilation hat viele Gesichter. Wer hier wen assimiliert, ist schon lange nicht mehr zu klären. Oder kann irgendjemand anhand der endlosen StarTrek-Folgen tatsächlich beweisen, dass Borgs kein Bier trinken? Aber auch dies ist kein Thema mehr, denn Roboter sind billiger wie Borgs.



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