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27.12.2012 von eb , - Aktuelle Bilder

Qualitätsmegaphone der kritiklosen Kritik.

Eines der besonderen Auffälligkeiten deutschem Qualitätsjournalismus, ist der mangelnde Wille, den Dingen selber zu versuchen auf den Grund zu gehen. Also dies, was man einst auch mal investigativen Journalismus genannt hatte. Stattdessen, schreibt man Artikel um die Zahlenwerke des nächstliegend möglichen Zulieferers davon herum. Dass diese Zulieferer, eventuell selbst mit die Erzeuger eigener schlechter Zahlen sein könnten, geht dabei sinnigerweise unter. So findet auch die Taz nichts dabei, bei Überlegungen, - prekären Selbstständigen eine eventuelle Aufstockung über Hartz-IV zu entziehen, ausgerechnet den Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Weise für den richtigen Experten dafür zu halten. Nun ist unsereiner kein Selbstständiger, und kann eventuell auch nicht mitreden. Aber er erinnert sich noch ausgesprochen gut an den arbeitslosen Zeitraum vor ungefähr zwei Jahren, als ausgerechnet die Bundesagentur für Arbeit, einem ständig die Frage stellte, - warum man sich denn nicht selbstständig mache. Nur war unsereinem dabei mehr als klar, wohin solch ein Vorgehen führen würde. Nämlich zu genau dem, was der gute Herr nun so lässig mit dem üblichen zeitgemäßen Generalverdacht für alle missbraucht. Selbstverständlich hat auch unsereiner sich die Möglichkeit überlegt und auch überprüft. Um dabei recht frustriert zu erkennen, dass in dem Bereich womit unsereiner sich seine Brötchen verdient, - die eigene potentielle Kundschaft bereits zu hundert Prozent von Leih- und Zeitarbeitsfirmen bedient wird. Genau genommen, hätte man sich dabei von kurzzeitig begrenztem Projekt zu Projekt hangeln müssen, und dabei auf Gedeih und Verderb davon abhängig gemacht, dass zum rechten Zeitpunkt auch immer das rechte Angebot vorrätig sein würde. Und wenn nicht ......? Dass man dabei die eigene Wohnung, inklusive Familie und allem darum herum, - lieber gleich aufgibt, will ich dabei erst gar nicht erwähnen.

In dieser Situation, stecken unzählige Menschen, welche dem Druck von Seiten der Agenturen, zugunsten der statistischen Beschönigung über Wegbeförderung von Arbeitslosen in die Selbstständigkeit, nicht standgehalten hatten, - gar nicht anders mehr konnten, oder schlicht und einfach zu naiv, bzw. von diesem gnadenlos zeitgemäßem Positivismus gesegnet waren, der auch die Prüfer von Wirtschaftsplänen, - mehr als beflügelt hatte. Dass im Zeichen von; "Fördern und Fordern", die Förderung zur Selbstständigkeit von den Agenturen fast schon als Forderung verstanden wurde, - und an vielen Stellen auch ein ziemlich mieses heuchlerisches Konzept bis heute erhalten hat, verschweigt Herr Weise wahrscheinlich nur allzu gerne. Ich würde mich jedenfalls ausgesprochen darüber freuen, wenn man; "dieses Phänomen", nicht unbedingt nur in den Jobcentern, als vielmehr auch etwas intensiver "tatsächlich" medial diskutieren würde. Oder gibt es da keine selbstständigen Journalisten, gerade bei der Taz, die das Problem etwa nicht selber kennen würden?


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