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03.03.2010 von eb , - Aktuelle Artikel

Klimaforschung und ihr realer Status.

Analyseversuch einer politisch, und gesellschaftlich festgefahrenen Debatte.

Wenn man versucht sich dem Thema Klimadebatte aus unparteiischer Sicht zu nähern, erhält man relativ schnell einen Blick auf die vermittelnde Instanz des alltäglichen Wissenschaftsjournalismus, der in Kooperation mit den öffentlichen Medien so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Journalisten, die vollkommen eigenmächtig Aussagen tätigen, die an wissenschaftlicher Front entweder gerade bearbeitet werden, oder zur Zeit nicht klärbar sind, sind hier genauso zu finden, wie sensationsgierige, oder geschäftstüchtige Meinungsmacher.

Was extrem auffällig ist, ist der Wille die Dinge so einfach wie nur möglich zu sehen, und auch so zu vermitteln. Was zum Schluss in einen grauenhaften Grabenkampf zwischen selbst ernannten Gläubigen, und ebenso selbstgefälligen Ignoranten geendet ist. Polarisation, und vor allen Dingen Eitelkeiten an allen Ecken und Enden. Ganz besonders letzteres fällt dadurch auf, das immer wieder Leute auf den Plan treten, die mit Fakten und Daten Statements produzieren, wobei den bereits erwähnten Wissenschaftlern an der Front, eigentlich erst im Laufe der Beschäftigung mit diesen Daten und Fakten klar wird, wie kompliziert die Zusammenhänge wirklich sind, und berechtigte kontroverse Debatten darum führen.

Während die Wissenschaft selber aber noch keine schlüssige Methode gefunden hat, so etwas wie CO2 und seine Auswirkungen, geschweige denn alle potentiellen Vorkommen, wirklich stichhaltig in ein Schema zu fassen, mit dem man sinnvolle Berechnungen anstellen könnte, - ja sich sogar noch darum streitet, ob das Thema Erderwärmung eine Hypothese, oder Theorie ist, berechnen geschäftstüchtige Leute schon mal Margarine auf ihre CO2-Effizienz, und an der Klimaforschung eigentlich unbeteiligte Trittbrettforschung hängt sich an der potentiell größeren Wirkung von Methan auf, und verleitet ganze Brigaden von Politikern dazu, sich Gedanken über den Verzehr von Fleisch zu machen. Auf der anderen Seite werden durchaus schon nachvollziehbare Beweise, die zur Aufmerksamkeit und sachlichen Beschäftigung damit zwingen sollten vollkommen ignoriert, und damit auch mögliche Folgen für Leib und Leben anderer. Unterstützt wird das ganze durch einige, nicht minder verantwortungslose Wissenschaftler, die den größten Fehler ihres Berufsstandes begehen, indem sie wissenschaftliche Vorgehensweise durch Glauben, oder Negation ersetzen, und damit den Grabenkämpfen durch politische und mediale Meinungsbildung noch Nahrung geben. Wobei der größte Teil der immer noch ausreichend seriösen Wissenschaft, durch diese Grabenkämpfe in immer größere Zugzwänge gerät, und diese eigentlich nur noch als störend und belastend empfindet.

Die Diskrepanz zwischen dem, mittels medialer Verbreitung und Wissenschaftsjournalismus bei der Bevölkerung angekommenen Bild, und der Selbsteinschätzung der Forscher, kann gar nicht mehr größer werden. Während der größte Teil der Gläubigen, oder Skeptiker, wie sie sich gerne gegenseitig beschimpfen, sich zu selbst ernannten Wissenschaftlern hoch stilisieren, und Berechnungen und Faktensammlungen im Schuhkarton anstellen, wird ihnen nicht bewusst gemacht, das die reale Wissenschaft in ihrer eigenen Hilflosigkeit davon abhängig ist, sich auf Computersimulationen zu verlassen, welche mittlerweile fast 80 Prozent aller Aussagen in den Berichten des IPCC ausmachen. Der Begriff Skepsis, wäre eigentlich eine wünschenswerte Einstellung, wenn er nicht schon von Leuten belegt wäre, die den gleichen Fehler begehen wie ihre Gegenseite, indem die Akzeptanz der gewaltigen Komplexität aller Zusammenhänge, durch gewollte Beweisfindung aus dem Bereich des Sicht,-Hör-, oder sonst wie vernehmbaren, bzw. Schulwissens ersetzt wird.

Wer glaubt man könnte eine Erwärmung über Sonnenflecken zeitlich begrenzen, übersieht in noch gewaltigerem Umfang komplexe Zusammenhänge, als Menschen denen das Schmelzen von Gletschern und Eiskappen als Beweis ausreicht. Verschiedene Epochen der Zeitgeschichte und ihre klimatischen Bedingungen sind nicht einmal bekannt, um den jede Diskussion vernichtenden Satz zu rechtfertigen, das es Klimaschwankungen schon immer gegeben hat, und wird auch gewiss nicht den Menschen helfen die evtl. direkt davon betroffen werden. Schnelle ökonomische Lösungen auf marktpolitischer Ebene werden diesbezüglich genauso wenig Übersicht über die Regionen geben, in denen Lösungen für Menschen gefunden werden müssen. Bisher hat die politische, und auch gesellschaftliche Kontroverse lediglich in diese Richtung gelenkt, bzw. zur Beschäftigung mit exorbitanten Solarprojekten zur Energiegewinnung verleitet, welche ob ihrer Zentralisierung die Schere zwischen Arm und Reich gewaltig vergrößern werden.

Was fehlt ist ein Journalismus, sowie eine entsprechende Medienkultur, welche es schafft zwischen Wissenschaft, Politik, und Bevölkerung ein eindeutiges Bild der Probleme und Komplexitäten verantwortungsbewusst zu vermitteln, anstatt mittels Pro und Kontra die Menschen zu spalten. Besonders lästig ist die Vermittlung des Eindruckes einer bereits "wissenden" Wissenschaft, - ein Zustand an welchem nicht nur Journalisten, sondern leider auch publikumsliebende Wissenschaftler selber beteiligt sind. Letzteres hat stellenweise durchaus auch etwas damit zu tun, das heutzutage benötigte Mittel erst über marktorientierte Anbiederungen erhältlich sind, was aber einer möglichen Vertrauensbasis extrem kontraproduktiv gegen arbeitet.

Eines dieser Punkte ist das Werkzeug, welches mittlerweile für den Großteil der Arbeit benutzt wird, aber auch keine Alternative kennt. Die Sammlung, Verarbeitung, und Extrapolation von vorhandenen Daten, die man in Modelle zur Simulation presst, und auf diese Art und Weise versucht, ein Bild der Jetzt-, und evtl. Folgezustände zu erhalten.

Der Geograph, Statistiker, Ökonom, und Kartograph Quirin Schiermeier bringt es in einem Artikel im Journal Nature auf den Punkt, und benennt die größten Problembereiche hierbei. Wobei das Bild der seriösen Wissenschaft ob dieses Handwerkzeuges, nach wie vor das gleiche ist wie vorher, aber nicht bis zur Bevölkerung weiter transportiert wird.

Modelle können viel von den Klima-Veränderungen im Laufe des letzten Jahrtausends reproduzieren, aber Prognosen und Angaben zur Zukunft, unterliegen eindeutig beschriebenen Unsicherheiten, sowohl im Verständnis des Klimas, als auch der Schätzungen der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Sie können daher nicht zur Entscheidungsfindung über den Umfang künftiger Veränderungen herangezogen werden, aber sie können Informationen von allgemeinem Interesse bieten, und dazu gehört nun mal auch die sich aus den Modellen ergebende Vorhersage einer wärmeren Welt.

Ein Problem, welches wir auch aus marktökonomischen Umfeldern her kennen. Man benutzt aus Mangel an sonstigen Erfahrungswerten Modelle für gesellschaftspolitische Entscheidungen, ja deklariert sie sogar zum wissenschaftlichen Beweis, bevor sich ihre Tauglichkeit herausgestellt hat. Ein Prinzip welches auf Glauben aufbaut, aber nicht auf Wissen. Zusätzlich ergeben sich noch Fragen bezüglich des Ausreichens bereits erreichbarer Daten, und Auflösungsmöglichkeiten, um daraus überhaupt bereits Modelle bilden zu können. Andererseits ist jedem bewusst, das zum jetzigen Zeitpunkt, die vorhandenen Mittel und Möglichkeiten niemals ausreichen werden, so etwas wie letztendliche Gewissheiten in zeitrelevanten Räumen erlangen zu können. Ein Versagen, welches man ruhig in weltweiter politischer Ignoranz gegenüber der Wissenschaft orten kann. Man will alles wissen, aber die dazu nötigen Ressourcen sollen sich selber finanzieren. Auch das verführt natürlich zu entsprechenden Abhängigkeiten. Letztendlich ergibt sich daraus das momentane Bild einer ganzen Menschheit, welche auf Biegen und Brechen vom Vertrauen der richtigen Einschätzungsmöglichkeiten einer Wissenschaft abhängig ist, welche selber unter Abhängigkeiten leidet, und sich eigentlich am hilflosesten von allen fühlt.

Journalisten, welche einen Klimaforscher gleich pulkweise in Bedrängnis bringen, und ihn zu vorschnellen Äußerungen bezüglich des Abschmelzen der Himalaya-Gletscher verleiten, sind genauso wenig hilfreich, wie Menschen die auch die kleinste Kritik am momentanen Vorgehen gleich in das Lager einer Erdölmafia verorten. Die ständigen Interventionen des Club of Rome, und auch die Verzahnungen des Leiters des IPCC mit politischen und industriellen Interessen haben letztendlich nur dazu geführt, das man glaubte, man könnte ein globales Problem auf die Schnelle mit marktorientierten Instrumenten wie Emissionshandel erlegen, bevor überhaupt ein klares Bild dieser Emissionen vorhanden ist, - und sich zudem noch regional begrenzen lassen. Hierbei ist auch auffällig, das es zwischen einer Klimadebatte in Europa, und den Staaten sehr große Unterschiede gibt, was sich besonders auf den zwei großen wissenschaftlichen Plattformen Nature (Großbritannien), und Science (USA) verfolgen lässt. Während in den USA mit geringerer Auseinandersetzung mit dem Thema, eine oft sehr seriöse Auswertung von z.B. relevanten Satellitenaufnahmen durch private-, oder Umweltschutzverbände finanziert wird, orientiert sich ein sehr marktwirtschaftlich organisierter Klimamarkt in Europa mit äußerst finanzkräftigen Mitspielern mehr an Klimaerwärmungsfolgenforschung, denn an realen Klimaerkenntnissen.

Quirin Schiermeier schafft zumindest das, was sich eine ganze Gruppe von Zeitungs-, und Fernsehjournalisten als Beispiel nehmen sollten. Auf verständliche Weise, die Vermittlung der momentan wichtigsten Problembereiche der Forscher, welche sich mittels ganz normaler wissenschaftlicher Kontroversen, entweder direkt am Feld bemühen, oder mittels computergestützter Simulationsmodelle versuchen Gesamtbilder und Berechnungsgrundlagen zu erhalten. Damit liefert er auch ein weitaus ehrlicheres Bild vom momentanen Erkenntnisstand, von der Abhängigkeit von solchen Modellen, und auch von deren Mängeln, - während vor allem auf dem europäischen Kontinent bereits Geschäfte mit dem Klima getätigt werden, oder andere, zu einem Großteil auf dem nordamerikanischen Kontinent, bemüht sind alles für null und nichtig zu erklären.

Regionale Genauigkeiten

Die traurige Wahrheit der Klimaforschung ist, das die wichtigsten Informationen, die am wenigsten vertrauenswürdigsten sind. Für zukünftige Planungen ist es erforderlich lokale, bzw. regionale Gegebenheiten anhand einem Anstieg globaler Temperaturen abbilden zu können. Doch die Forscher kämpfen immer noch um Werkzeuge, um alleine für das einundzwanzigste Jahrhundert wenigstens bedingt regionale Vorhersagen treffen zu können. Die bisherigen Werkzeuge zur Klimasimulation beruhen auf den allgemeinen Verkehrswegen aufgrund physikalischer Prozesse in der Athmosphäre, Ozeane, Eis, und den Landflächen im allgemeinen. Dabei werden generelle Zirkulationsmodelle (GCM) verwendet, die auf momentanen Auflösungen von 1-3 Grad in vertikaler und horizontaler Richtung beruhen. Das entspricht in etwa Entfernungen im Bereich von 110 bis 330 km, bzw. zwischen 14.000 - 130.000 globalen Messbereichen. ( Das bis dato. genaueste Modell HadAM3 arbeitet mit max. 500.000 globalen Messbereichen ). Das ist nicht nur bereits für globale Modelle grenzfällig, sondern für regionale Aussagen komplett unbrauchbar. Bisher beruhen lokale Aussagen darauf, das globale Modelle benutzt werden, die regional adaptiert werden.

Niederschlag

In den nächsten Jahrzehnten weltweit steigende Temperaturen, werden wahrscheinlich zu einer höheren Verdunstung führen, was den globalen Wasserkreislauf beschleunigen -, und damit Veränderungen in subtropischen Gebieten, und mehr Niederschlag in höheren Breiten bewirken wird. Solcherlei Trends sind bereits jetzt schon beobachtbar, und fast alle Klimamodelle zeigen eine Fortsetzung dieses Musters. Leider zeigen verschiedene Simulationen auch verschiedene Ergebnisse, was sich besonders in der Bewertung des IPCC-Berichtes 2007 niedergeschlagen hat. Tatsächlich sind wahrhaft wilde Unterschiede zu sichten, die äußerst unterschiedliche Bilder bezüglich Schnee-, und Regenverhaltens in den Wintern der Zukunft zeigen. Dies ist besonders wichtig, weil gerade die Winter ausschlaggebend für das Auffüllen der wichtigsten Wasservorräte für den Rest des Jahres bedeutet, und damit auch wieder Auswirkungen auf die Gesamtniederschlagmenge haben. Diese hauptsächlich durch den IPCC initiierten Simulationen müssen sich generell den Vorwurf gefallen lassen, keinerlei reale robuste Projektionen über Niederschlagverhalten bis zum Ende des laufenden Jahrhunderts liefern zu können, auch wenn diesbezüglich schon fertige Statements aus dieser Richtung getätigt wurden.

Ärosole

Eine der größten Unsicherheiten innerhalb der Klimawissenschaft sind atmosphärische Aerosole ( flüssige, oder feste Partikel ). Auch nach jahrzehntelanger intensiver Forschung bleibt den Wissenschaftlern nichts anderes übrig, als Zuflucht zu Einschätzungen mit sehr großem Fehlerbereich zu suchen wenn es um die Beurteilung von Partikeln im Bereich Sulfate, Kohlenstoff, Meersalz und Staub geht. Partikel die eindeutige, und große Wirkung auf Temperatur und Niederschlag haben. Das Wissen über Wolken, ihre Entstehung, sowie ihr Strömungsverhalten ist sowieso immer noch Neuland für die Wissenschaft. Das größte Problem dabei ist der generelle Mangel an vorhandenen auswertbaren Daten. Gavin Schmidt, ein Klimamodellierer vom NASA Goddard Institute for Space Studies in New York, erklärt dazu nur lakonisch; "Wir wissen nicht was in der Luft ist."

Die Baumring-Kontroverse

Peinliche Momente in der Klimaforschung hat es schon allzu viele gegeben. Die Offenlegung einiger emails der University of East Anglia´s Climatic Research Unit (CRU) ist nur einer davon. Man kann lange darüber spekulieren, ob wir es mit verantwortungslosen Forschern, oder übertriebenen Bewertungen zu tun haben. Journalisten, und auch Privatmenschen beider Lager, welche es um Welten schlimmer treiben, als allzu gläubige Wissenschaftler sollten sich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Generell behandelten die betreffenden emails aber einen Kontext, der allgemein ein nicht unerhebliches Problem der Klimaforschung betrifft, aber auch die Möglichkeit bietet, in Zukunft aussagefähigere Daten über das Klima vergangener Zeiträume in Klimamodelle zu integrieren.

Temperaturmessungen der letzten 150 Jahre zeigen einen starken Temperaturanstieg besonders in den letzten Jahrzehnten, was bisher durch kein natürliches Muster erklärt werden kann, weshalb als wahrscheinlichste Ursache anthropogene Treibhausgasemissionen angenommen werden. (Nochmals zum Mitschreiben, - es ist nach wie vor erst noch eine Annahme, aber die wahrscheinlichste.) Zuverlässige Temperaturangaben aus der Zeit vor 1850 sind extrem dünn gesät, weshalb andere Möglichkeiten gefunden werden müssen um frühere Temperaturtrends vergleichen zu können. Paläoklimatologie stützt sich auf Aufzeichnungen aus Quellen wie Jahresringen von Bäumen, Korallenriffe, Seesedimenten, Wachstum von Stalagmiten, eiszeitlichen Bewegungen, und auch historische Berichte.

Die Dicke von Baumringen z.B. ist auch ein Spiegel von Temperatur und Niederschlag, weshalb hieraus die meisten Kenntnisse der Vergangenheit bezüglich Klimaschwankungen herrühren. Dies betrifft besonders die mittelalterliche Warmzeit zwischen 800 und 1300, als auch die kleine Eiszeit, deren Mittelpunkt ungefähr das Jahr 1700 bildet. Eine Arbeit des Klimaforschers Michael Mann aus dem Jahre 1998, beschäftigte sich mit, aus den Ringen von Bäumen der nördlichen Hemisphäre abgelesenen massiven Temperaturanstiegen im auslaufenden zwanzigsten Jahrhundert. Er schloss später daraus, das die 90iger wahrscheinlich das wärmste Jahrzehnt, und das Jahr 1998 das wärmste Jahr im letzten Jahrtausend waren.

Diese Arbeit spielte eine ausgesprochen prominente Rolle im Veranlagungszeitraum 2001 des IPCC, - was aber zu erheblichen Kontroversen führte. Der ehemalige Bergbauberater, und Herausgeber des Klima-Audit-Blogs Stephen McIntyre war einer der vehementesten und verbissendsten Gegner dieser Arbeit und Bewertung. Diese Endlosdebatte führte zu Ermüdungserscheinungen unterhalb der Wissenschaftler, worauf der IPCC sich kurzerhand entschloss die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zum wärmsten 50-Jahres Zeitraum in der nördlichen Hemisphäre, in den vergangenen 1300 Jahren zu erklären. Ein ausgesprochen selbstgefälliger Vorgang, denn Klimaforscher sind nach wie vor noch besorgt über Daten bezüglich Baumringen einiger weniger Standorte im Norden, welche diesbezügliche Auswirkungen während des gesamten zwanzigsten Jahrhunderts aufweisen, aber am Ende des Jahrhunderts plötzlich von den tatsächlichen Temperaturen abwichen. Deshalb wurde angenommen, das bei einem bestimmten Überschreiten von Temperaturen sich das Baumwachstum anders verhält, aber nicht das vorherige Abweichen erklärt. Dieser "Workaround" führte dann letztendlich auch zur Interpretation entsprechender emails.

Zur Paläoklimatologie kann man generell sagen, das sie noch in den Kinderschuhen steckt, und gerade erst von den Klimaforschern entdeckt, und benutzt wird. Die Auswertung entsprechender Informationen hat gerade erst begonnen, bietet aber eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Vergleich an.

Schlusswort

Zwischen dem realen Stand der momentanen Klimaforschung, und dem Bild welches die Öffentlichkeit besitzt, scheint es generell eine große Diskrepanz zu geben. Wo Forscher noch ernsthafte Kontroversen führen, reagiert der Stammtisch bereits mit "wissenschaftlich bewiesen", und die mediale Flut an Mitteilungen interpretiert Dinge in ausgesprochen selbstgefälliger Weise. Die Ursachen für diese Diskrepanz sind sicher an vielen Orten zu finden. Wirtschaftliche, oder interessenorientierte Abhängigkeiten, Überschätzung von gegebenem Instrumentarium, Glaubensfragen, und vieles mehr, bieten genügend Möglichkeiten um zum Schluss einen bevölkerungsweiten Grabenkampf zweier kontroverser Ansichten zu erzeugen. Diesbezüglich möchte ich an die 80iger Jahre erinnern, wo die Arbeit eines Dennis Meadows aus den 70igern aus der gleichen Selbstüberschätzung seines Instrumentariums, und dem gleichen "Club of Rome" im Rücken einen Medienhype entfacht hatte, der absolut mit dem heutigen vergleichbar ist. Das Resultat war, das alles im Sande verlaufen ist, obwohl die Hälfte davon absolut richtige Schlussfolgerungen waren. Ich behaupte nun, das es die Spaltung einer ganzen Gesellschaft war, sowie damit verbundene wirtschaftliche Interessen, die dazu führten, das eigentlich sinnvolle Überlegungen letztendlich zur Ignoranz dieser Überlegungen geführt hatte. Etwas was uns auch diesmal passieren kann.

Zur Zeit sucht die Wissenschaft nach dem weltweit modernsten Klimamodell, mit welchem eindeutigere, und sinnvollere Einschätzungen möglich sind. Darauf aufbauend werden Simulationen versucht, die besser als die vorherigen, den Zeitraum bis 2100 auf dem Grund der Erkenntnisse bis zum Jahr 2013 beinhalten. Im südenglischen Exeter wird am Met Office der zur Zeit weltgrößte Rechnerpark zu diesem Zweck getestet. HadGEM2-ES ist das Kürzel für das Hadley Centre Global Environmental Model Version 2, - eines von weltweit einem Dutzend Klimamodelle, welche zur Debatte stehen. Diesbezüglich verfolge ich aufmerksam den blog der Nature-Redakteurin Olive Heffernan, welche den zur Zeit größtmöglichen Kontakt und Übersicht über laufende Projekte besitzt, da entsprechende wissenschaftliche Reporte und Ergebnisse bei dieser europäischen wissenschaftlichen Plattform zusammenlaufen werden. Die Aussagen dieser Frau sind ziemlich eindeutig, und sehr ehrlich. Die Verbesserungen der Klimamodelle werden letztendlich dazu führen, die Anzahl der Fragen und Probleme zu vergrößern, - einfach deshalb, weil das Maß an voneinander abhängigen Komplexitäten erkennbarer werden wird. Deshalb ist zu erwarten, das der nächste IPCC Bericht noch größere Fehler aufweisen wird, wenn es darum geht Voraussagen bis zum Jahrhundertende zu gestalten.

Computergestützte Simulationen sind immer kritikwürdig, - ohne Zweifel. Das Problem ist, das es keinen anderen vorstellbaren Weg gibt. Es erklärt sich aber von selber, das der darunter liegende Wissenschaftsjournalismus genauso wenig berechtigt ist Statements zu schaffen wo keine sind, wie die davon abhängige Bevölkerung. Worauf die Bevölkerung ein Recht hat, ist ein klares Bild vom tatsächlichen Zustand der Forschung, und dies ohne Meinungsmanipulationen. Die Klimadebatte ist eine Debatte, deren Erkenntnisse sich aus den Bemühungen um diese Erkenntnisse ergibt, nicht aus ihrer direkten marktökonomischen, oder ideologisierten Verwertbarkeit. Geben wir den Menschen die Zeit, welche die meiste Ahnung davon haben, anstatt sie zu blockieren, und sortieren stattdessen die aus, welche mehr aus Eigenprofilierung agieren, denn aus Wahrheitssuche. Zur wissenschaftlichen Vorgehensweise gehört auch Kontroverse. D.h. eine Ortung des besten Vorgehens ist nur in einer wissenschaftlichen Diskussion mit Pro, und Kontra möglich. Das muss nicht unbedingt immer dazu führen, das die restliche Gesellschaft daraus einen Grabenkrieg macht, der sich letztendlich immer nur kontraproduktiv auswirkt, und denen zuarbeitet, die einfach nur daran verdienen wollen.

Quellen:
"The real holes in climate science",by Quirin Schiermeier; Nature 20.01.10
"Earth science: The climate machine",by Olive Heffernan; Nature 24.02.10


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